MANIFEST FÜR EINE
GESCHWISTERLICHE KIRCHE

 

 

 

Als Mitglieder katholischer Verbände und Vereine sowie kirchlicher Behörden stehen wir dafür ein, dass die Gleichstellung von Mann und Frau in der katholischen Kirche Schweiz verwirklicht wird. Dies ist eine erstrangige Forderung der UNO-Menschenrechtserklärung (Art. 1 und 2) sowie der Bundesverfassung (Art. 8, Abs. 3) und steht im Einklang mit der Pastoralkonstitution „Die Kirche in der Welt von heute“:

„Jede Form einer Diskriminierung in den gesellschaftlichen und kulturellen Grundrechten der Person, sei es wegen des Geschlechts oder der Rasse, der Farbe, der gesellschaftlichen Stellung, der Sprache oder der Religion, muss überwunden und beseitigt werden, da sie dem Plan Gottes widerspricht.“
(Gaudium et spes, Absatz 29)


Wir bestehen darauf,
dass die pastoralen Leitungsgremien und die demokratisch gewählten Behörden der katholischen Kirche Schweiz zusammen mit katholischen Verbänden und Vereinen die Gleichstellung von Frauen und Männern für die katholische Kirche Schweiz verwirklichen. Dazu gehört, dass Frauen und Männer, unabhängig von Zivilstand und sexueller Ausrichtung, Zugang zu allen kirchlichen Ämtern erhalten sollen.

Wir setzen uns dafür ein,
dass Vertreterinnen und Vertreter dieser Leitungsgremien und Behörden zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der Verbände und Vereine ein Vorgehen erarbeiten, wie diese Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht werden kann. Für diesen gemeinsamen Weg bilden sie eine Projektgruppe.
Die Projektgruppe arbeitet darauf hin, den Konflikt zwischen der menschen- und verfassungsrechtlich verbürgten Gleichstellung von Mann und Frau einerseits und den ihr entgegenwirkenden Bestimmungen des kanonischen Rechts anderseits zugunsten der Gleichstellung zu lösen.
Die Projektgruppe erstattet jährlich öffentlich Bericht über ihre Arbeit.

Wir ermutigen
die Kirchgemeinden dazu, ihre Verantwortung dem Evangelium gegenüber, ihre Mündigkeit und ihr Recht wahrzunehmen, Frauen und Männer in pastorale Leitungsfunktionen zu wählen, die der Gemeinde persönlich, fachlich, spirituell und sozial kompetent zu dienen vermögen.

Wir verpflichten uns,
in den pastoralen Gremien, in den kirchlichen Behörden sowie in den Verbänden und Vereinen, in welchen wir arbeiten, uns für die Gleichstellung von Frauen und Männern in der katholischen Kirche Schweiz einzusetzen.

Wir sind überzeugt,
dass die katholische Kirche ihre Freiheit am besten wahrt, wenn sie die Menschenrechte nicht nur nach aussen verteidigt, sondern auch nach innen umsetzt.



Luzern, den 28. Oktober 2006,

Klaus Ammann, Uttenwilerstrasse 39, 9620 Lichtensteig, kekccl.ammann@bluewin.ch

und 112 Unterzeichnende

Download Originaltext




Unterschriftsformular

Home
Manifest 2006
Referate 2006 Erklärung 2003
Veranstaltungen

Stellungnahmen
Gedanken
Pressereaktionen
Kontakt
Links

 

   

 Ý

 

 

LUZERNER MANIFEST
Copyright © 2007 LUZERNER MANIFEST. Alle Rechte vorbehalten. 
Web-Design: www.biblioArt.ch