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Unsere Forderungen:
1. Aufhebung der
Zölibatsverpflichtung
2. Rehabilitierung
der Priester die wegen der Verletzung des Pflichtzölibats dispensiert
wurden
Die Gleichberechtigung von
Mann und Frau in der Kirche ist heute eine dringliche Forderung der
Mehrheit der Katholiken. Die Geschlechterdifferenz darf keine
Einschränkung bedeuten bestimmte Berufe und Aufgaben in der Kirche zu
übernehmen. Frauen tragen zwar schon heute grosse Verantwortung in
Katechese und Verkündigung. (hauptamtlich, nebenamtlich oder
ehrenamtlich) Die Erfahrung hat gezeigt, dass Frauen als
Pastoralassistentinnen in den Gemeinden ihre seelsorgerlichen
Funktionen ebenso wahrnehmen wie Männer. Dennoch zeichnet sich ab, dass
die Strukturen der Amtskirche in der Frage der Frauenordination sich
eher noch verhärten. Im Schreiben von Papst Johannes Paul II (Ordinatio
Sacerdotalis) heisst es, dass die Kirche keinerlei Vollmacht habe,
Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen
endgültig an diese Entscheidung zu halten haben. Die
Glaubenskongregation erhärtete diese Aussage, indem sie sie als
unfehlbar, d.h. als letztverbindlich bezeichnete.
Wir sind überzeugt, dass die Amtskirche diesen negativen Entscheid, was
die Priesterweihe von Frauen betrifft, ändern kann. Es besteht kein
göttliches Gesetz, das die Weihe für Frauen verbietet. Die Ordination
von Frauen würde unserer Kirche eine Bereicherung bringen. In einer
Kirche wie sie Jesus verstand und wie wir sie heute noch verstehen, ist
die Gleichstellung von Mann und Frau eine Selbstverständlichkeit.
Unsere Forderung:
Ordination von Frauen
Die Aufhebung der Zölibatsverpflichtung und die Einführung der
Frauenordination sind für die Mehrheit der Katholiken in der Schweiz und
auch in verschiedenen andern Ländern dringende Anliegen. Der
Priestermangel hat diese Fragen sicher an die vorderste Front gesetzt,
aber er bildet nicht den Ursprung dieser Problematik.
Obwohl wir eine Weltkirche sind, gibt es keinen Grund, dass die Bischöfe
dringende Reformen verhindern. Die Bedürfnisse eines Landes können
niemals zur gleichen Zeit die gleichen eines anderen Landes sein. Die
Schweiz könnte in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle einnehmen. Das
Zentrale unseres Glaubens, die Nachfolge Jesu, bleibt trotz Reformen
unangetastet.
Die Kommission für religiöse Bildung und Öffentlichkeitsarbeit übergibt
diesen „Dringlichen Brief“, nachdem dieser an der Session vom 7. Mai
2003 den anwesenden Synodalen vorgelesen wurde, der Präsidentin der
Synode. Wir erwarten, dass diese ihn zur Kenntnis nimmt und bis zur
Herbstsession 2003 unseren Vorschlag, die oben erwähnten Themen der
Synode zu unterbreiten, wahrnimmt. Unser Ziel ist es, dass dieses
Schreiben oder ein Ähnliches in diesem Sinn, von der Synode der
Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Luzern als klare
Stellungnahme an die entsprechenden Adressaten und an die Öffentlichkeit
gelangt. Dadurch würde sie ein klares Zeichen setzen und gleichzeitig
beweisen, dass sie die sehnlich erwartete Hoffnung auf dringende
Reformen sehr ernst nimmt.
Kommission für kirchliche Bildung und Öffentlichkeitsarbeit der
Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Luzern
die Präsidentin
Paula Beck - Steiger
die Kommissionsmitglieder
Rosa Marie Hess - Bucher
Josef Mahnig
Lisbeth Meier - Sigrist
Franz Schnyder - Bieri
Esther Sidler
Rösy Süess - Winiger
Cécile Thalmann - Krüsi
Evi van den Berg |
Pflichtzölibat
Frauenordination
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